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MUNDARTANTHOLOGIE

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Die Region Prättigau-Davos verfügt über eine enorme Vielfalt an Geschichten, Erzählun­gen und Gedichten in Mundart. Viele Publikationen sind jedoch seit längerer Zeit ver­griffen, und, wenn überhaupt, nur noch antiquarisch erhältlich.

Dabei sind in Prättigauer Mundart auch literarisch bedeutsame Texte erschienen. Nur wenigen dürfte noch bekannt sein, dass 1884 mit dem „Spusagang“ von Michael Kuoni, Maienfeld, die erste Alpennovelle in Mundart – im Seewiserdialekt – erschienen ist. Auch ist mit der Geschichte „Das alt Mändli am Flüela“, nacherzählt von Andreas von Sprecher, erschienen 1858 im „Bund“, einer der ersten Mundarttexte in Walserdeutsch überhaupt gedruckt worden. Unser „Studäfridli-Autor“ Georg Fient ist letztmals 1975 frisch aufge­legt worden und seit langem im Buchhandel nicht mehr erhältlich. Ebenso steht’s mit dem„Türligiiger“ (1974) von Hans Valär, dem wohl wichtigsten Davoser Mundart­schriftsteller.

Die Walservereinigung Graubünden nimmt ab Januar 2016 ein grosses Mundartprojekt in Angriff: Eine Mundartanthologie, ein Buch mit den besten Dialekt-Texten der Region Prättigau-Davos von bekannten, aber auch unbekannten Autoren und Autorinnen aus der Zeit von 1858 bis heute. Angestrebt wird gleichzeitig ein umfassendes Verzeichnis sämtlicher publizierter (und z.T. auch unpublizierter) Mundarttexte aus dieser Region. Dabei können wir auf die fachliche Unterstützung zählen von Seiten wissen­schaftlicher Institute wie etwa dem Schweizerdeutschen Wörterbuch (Idiotikon) und dem Institut für Kulturforschung Graubünden (IKG). In einer ersten Bestandes­aufnahme sind uns gegen 70 Autoren und Autorinnen bekannt, sowie etwa 17 Publikationen, die ausschliesslich Mundarttexte enthalten. Es dürfte sich demzufolge um gegen 1000 Einzeltexte handeln, aus denen die besten ausgewählt werden sollen. Projektleiterin ist Marietta Kobald-Walli, die frühere Kulturbeauftragte der Region Prättigau und Vorstandsmitglied der Walservereinigung Graubünden.

Dabei ist auch die Bevölkerung gefragt: Wisst ihr von jemanden, der im stillen Kämmerlein Dialekt-Geschichten geschrieben hat? Wenn ja, meldet euch bitte bei der Projektleiterin Marietta Kobald unter 081 332 16 59 oder per Mail m.kobald@luaga.ch.

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